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Ein hochkarätiges Orchester hat das 32. Kreisverbandsmusikfest in Burladingen am Samstagabend eingeläutet: Bereits zum zweiten Mal war die Junge Bläser Philharmonie aus Nordrhein-Westfalen zu Gast.

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Bereits zum zweiten Mal gastierte die Junge Bläser Philharmonie auf Einladung der Stadtkapelle in Burladingen, weshalb sich viele Gäste schon auf das Festkonzert freuten. Hatten sie doch den Auftritt im Jahr 2008 in allerbester Erinnerung. Und die Zuhörer wurden auch dieses Mal nicht enttäuscht.  

Nachdem die 64 jungen Musiker im Alter zwischen 14 und 24 Jahren erst vor einem halben Jahr fünf Konzerte in China gegeben hatten und auch sonst die halbe Welt bereisen, erfreute man nun also im beschaulichen Burladingen das Publikum. Mit "Godspeed", was so viel wie "gute Reise" heißt, versprühte das Orchester gleich zu Beginn so viel Energie und Leidenschaft, dass es die Besucher sofort in ihren Bann zog. Aufgrund einer kleinen Programmänderung folgte die Nussknackerphantasie in Anlehnung an Tschaikowskys Operette.  

Eigentlich hätte man die Augen schließen können und einfach nur die Musik genießen. Dann hätte man auch dem "Charme der 70er Jahre" entgehen können, den die Stadthalle versprüht, wie Stadtkapellenvorsitzender Wolfgang Pfister noch bei seiner Begrüßung den maroden Zustand der Halle beanstandete und bedauerte. Aber man hätte dafür etwas ganz entscheidendes verpasst: den Anblick der Musikern sowie ihres Dirigenten Pierre Kuijpers. Sie alle waren so mit Freude und Körpereinsatz bei der Sache, dass es richtig Spaß machte, sie dabei zu beobachten. Das war mehr als nur Musizieren, es war ein Hochgenuss, ein Erlebnis für alle Sinne. 

Schließlich saßen auf der Bühne allesamt "auffällig gewordene junge Leute", wie die Moderatorin Annegret Schwiening es nannte. Denn nur, wer als Preisträger bei einem Landes- oder Bundeswettbewerb von "Jugend musiziert" hervorgeht, erhält die Chance, zum Ensemble der Jungen Bläserphilharmonie zu gehören. Das Burladinger Publikum entdeckte sogar zwei bekannte Gesichter auf der Bühne. So war Musikdirektor Thomas Wunder kurzfristig für einen erkrankten Musiker eingesprungen und außerdem spielte seine Tochter an der Oboe. 

Und wie sie alle spielten. Mal waren es südländische Rhythmen, Flamenco und Cha Cha, mal huldigte man den ganz Großen: George Gershwin und Frank Sinatra. Immer mal wieder waren Solisten zu hören und bekamen noch während des Stücks Applaus. Und zum Ende des offiziellen Programms entzündete man ein musikalisches Feuerwerk mit "Danzón No. 2", welches Oliver Nickel eigens für die Junge Bläserphilharmonie als Diplomarbeit arrangiert hatte. Der junge Musiker und Komponist saß sogar im Publikum und wurde von Dirigent Kuijpers zur Bühne beordert, damit er dem ihm gebührenden Beifall in Empfang nehmen konnte.

Auch wenn im Programmheft kein weiterer Titel mehr zu finden war, reagierte der musikalische Leiter auf die stehenden Ovationen des Publikums und ließ seine Ausnahmetaltente mit "African Sinfonie" einen Hauch des schwarzen Kontinents in der Stadthalle verbreiten. Zur zweiten Zugabe wechselte man das Genre und Soloklarinettist Coen Cuijpers, weder verwandt noch verschwägert mit dem Dirigenten, betrat durch den Haupteingang den Saal und spielte Klezmer-Musik. Als er die Bühne erreicht hatte, stimmte das gesamte Orchester mit ein. Dass Pierre Kuijpers hernach den Klarinettisten als seinen Sohn ausgab, sollte ein Spaß sein. Genau so hatte man schließlich die jungen Leute samt ihrem musikalischen Leiter kennengelernt: professionell und dennoch mit viel Charme und Humor. Ein sehr gelungener Auftakt zum Kreisverbandsmusikfest sowie den 31. Stadtmusiktagen in Burladingen vom 16. bis 18. Juli.

Text: Hohenzollernische Zeitung

 

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